Kaninhop aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Kaninhop bezeichnet man eine Sportart, bei der Hauskaninchen (meist Zwergkaninchen) dazu animiert werden, über eine Strecke mit Hindernissen zu springen. Die Kaninchen tragen dabei ein Geschirr (Brust- und Bauchgurt) und werden von ihren Besitzern an einer Leine geführt. Weitere Wettbewerbsvarianten sind der einfache Hoch- oder Weitsprung. Die gegenwärtigen Rekordmarken für diese Disziplinen liegen bei drei Metern in der Länge und fast einem Meter in der Höhe.


Ablauf des Wettbewerbes

Ein Kaninchen bewältigt ein HindernisAm Anfang wird eine Hindernisbahn aufgebaut, die dem Parcours beim Springreiten ähnelt. Der entscheidende Unterschied ist, dass die Hindernisse hier bedeutend kleiner sind. Danach werden die Kaninchen an einer Leine durch die Bahn geführt. Das Kaninchen, das seine Strecke in der kürzesten Zeit bei geringster Anzahl Fehler bewältigt, ist der Gewinner. Als Fehler gelten das Reißen einer Querlatte oder drei leichte Korrekturen durch den Kaninchenhalter. Aufgrund des unterschiedlichen Könnens der teilnehmenden Tiere ist es üblich, diese in verschiedene Schwierigkeitsklassen einzuteilen. In der leichten Klasse müssen z. B. acht Hindernisse, die maximal 25 Zentimeter hoch sind, bewältigt werden. Für die Tiere in der höchsten Klasse stehen dagegen zwölf Hindernisse mit bis zu 50 Zentimetern Höhe auf dem Programm.

 Klasseneinteilungen

Wie auch in anderen Sportarten wird Kaninhop in verschieden Klassen unterteilt. Auf Turnieren werden zumeist folgende Klassen in der geraden Bahn ausgeschrieben:


Leichte Klasse:

mind. 8 Hindernisse

max. Höhe 25 cm

mind. 180 cm Abstand zwischen den Hindernissen

mind. 1 Weitsprung

max. 25 cm lang


Mittelschwere Klasse:

mind. 10 Hindernisse

max. Höhe 35 cm

mind. 200 cm Abstand zwischen den Hindernissen

mind. 2 Weitsprünge

max. 40 cm lang

Wassergraben obligatorisch


Schwere Klasse:

mind. 12 Hindernisse

max. Höhe 40 cm

mind. 200 cm Abstand zwischen den Hindernissen

mind. 3 Weitsprünge

max. 55 cm lang

Wassergraben obligatorisch


Die selben Angaben gelten bis auf kleine Abweichungen auch für das Parcoursspringen. Weitere Wettbewerbe sind beispielsweise das Punktespringen, Parallelspringen oder auch das übliche Ausscheidungsspringen, bei dem es 5 Durchgänge gibt. In jeder Runde werden die Hindernisse erhöht: 8 - 16 - 24 - 32 - 40 cm.


Ursprung

Diese Sportart entstand vor ca. 35 Jahren in Schweden. Schwedische Kaninchenzüchter wollten ihre Tiere damit ursprünglich nur beschäftigen. Ende der 1970er Jahre gründete sich der erste schwedische Club, der seine Kaninchen nach den Regeln des Springreitens trainierte. Mittlerweile gibt es mehrere Kaninhopvereine in fast allen europäischen Ländern. Auch im deutschsprachigen Raum erfreut sich dieser Sport zunehmender Beliebtheit.

 Die besten Tiere messen sich in Landes- oder Europameisterschaften.


Tierschutz

Kaninchen sind von Natur aus ängstliche Fluchttiere und springen bei Gefahr nicht über Hindernisse, sondern laufen so schnell wie möglich zur nächsten Deckung. Deshalb sind nur Kaninchen für diesen Sport geeignet, die ungewöhnlich ruhig sind und durch Lob, Streicheln, Futter und Ausnutzung der natürlichen Neugier zum Springen bewegt werden.


Literatur

Friedel Hillebrecht: Kaninhop. Ratgeber für den artgerechten Kaninchensport, Vollst. überarb. [Aufl.], Reutlingen 2009, ISBN 978-3-88627-744-5

Vereine mit Kaninhop-Gruppen:

U 102 Ahrensböck: friedel.hillebrecht@t-online.de

 HH51 Lauenburg:  www.kleintierzuchtverein-lauenburg.de